Gefühl und Vernunft als leibliches Erleben – Zur Relevanz von Subjektivität für anthropologische und ethische Bezüge im Kontext von Gesundheitsförderung

2018 erschienen in:
Internationale Zeitschrift für Philosophie und Psychosomatik

Christina Röhrich, Eckard Krüger, Niko Kohls

Bei der Exploration des Gesundheitsbegriffs wird die bedingte objektive Erfassbarkeit von Gesundheit sowie die Normativität deutlich, die im Umgang mit Gesundheit vorhanden und damit auch für Gesundheitsförderung, Public Health und Medizin kennzeichnend ist. Dieser Normativität wird durch ein utilitaristisch geprägtes, bevölkerungsbezogenes Verständnis sowie einem naturalistisch-objektiven Ansatz gegenüber Gesundheit Vorschub hinsichtlich kollektivistisch-normierendem Handeln geleistet. Gesundheitsförderung wird deshalb auch aufgrund gegenwärtiger wissenschaftlichen Grundannahmen, u. a. mit dem Zweck Gesundheit zu operationalisieren, zu einem ethisch herausfordernden Balanceakt. Als empfundene Dimension, die sich eher dem Fühlen als der Vernunft erschließt, bleibt Gesundheit etwas im Individuellen Verborgenes und daher wissenschaftlich soweit unzugänglich, solange keine erkenntnistheoretische Grundlage von Subjektivität vorliegt.

Die Neue Phänomenologie nach Hermann Schmitz liefert ein Verständnis von Subjektivität, das selbige in der leiblichen Erfahrung als affektive leibliche Betroffenheit verortet. Hier entwickelt sich sämtliche Subjektivität im Rahmen personaler Emanzipation von den unwillkürlichen leiblichen Lebenserfahrungen zu den Facetten, die eine Person als reflektierendes Wesen ausmachen. Schmitz entwirft damit eine Anthropologie der Subjektivität, die sich phänomenologisch dadurch auszeichnet, dass sie dem Aspekt der Erfahrung (wie etwas ist) mehr Aufmerksamkeit widmet als der Frage, woher etwas kommt oder wohin es führt. Dies schafft die Grundlage, sich auf komplementäre Weise dem Phänomen Gesundheit zu nähern und dabei wichtige Impulse für die philosophisch-ethische als auch operative Basis für Gesundheitsförderung zu generieren. Das Spannungsfeld um Gefühl und Vernunft würde auf diese Weise durch eine phänomenologische Betrachtung ergänzt.


Achtsamkeit mitten im Leben

Anwendungsgebiete und wissenschaftliche Perspektiven

Immer mehr Menschen möchten Meditation und Achtsamkeit als einen zentralen Bestandteil in ihr Lebens integrieren. Wie das familiäre und soziale Beziehungen beeinflussen kann, dokumentieren hier eindrucksvoll Britta Hölzel und Christine Brähler. Die Hirnforscherin und die Psychotherapeutin geben einen fundierten Überblick darüber, wie Achtsamkeit in vielen wichtigen Lebensbereichen umgesetzt werden kann. Wer selbst mehr Achtsamkeit in sein Leben bringt – etwa im Umgang mit Kollegen, Klienten, Kindern, Partnern und Freunden – verändert auch die Gesellschaft im Ganzen.

Das Grundlagenwerk vereint einige der wichtigsten deutschsprachigen Achtsamkeitsautoren.

Die Autoren: Dr. Britta Hölzel, Dr. Christine Brähler, Prof. Dr. Stefan Schmidt, Dr. Tim Gard, Dr. Thorsten Barnhofer, Dr. Gisela Full, Dr. Clarissa Schwarz, Lienhard Valentin, Vera Kaltwasser, Nicole Stern, Dr. med. Eckard Krüger, Michaela Doepke.

„Das Buch zeigt, vielleicht zum ersten mal in Deutschland, wie weit wir mit Achtsamkeit in verschiedensten Lebensbereichen kommen können: Vorausgesetzt wird entscheiden uns für ein kontemplativeres Leben und ein empathischeres Miteinander.“
Gert Scobel

Quelle


Schlüsselworte

Idiolektische Gesprächsführung in Therapie, Beratung und Coaching

Jeder Mensch spricht seine eigene Sprache. Wer genau hinhört, kann z. B. aus der Schilderung eines Problems nicht nur viel über den Umgang mit diesem Problem heraushören, sondern auch über Ressourcen zu seiner Lösung.

Idiolektik ist die Kunst eines bewussten, präzisen, sorgfältigen, professionellen und achtsamen Umgangs mit der „Eigensprache“ einer Person. Sie sorgt für einen intensiveren Rapport zum Klienten, verbessert die Qualität der Diagnose und der Interventionen und macht Beratungs- und Therapieprozesse insgesamt effizienter.

In diesem Buch erklären Ausbilder und Praktiker die Prinzipien der idiolektischen Gesprächsführung und erläutern ihre Wirkungsweise sowie die Integration in verschiedene Therapieverfahren. Fallbeispiele illustrieren die Umsetzung in den unterschiedlichsten Beratungssituationen: Medizin und Psychotherapie, Coaching und Beratung, Sozialarbeit und Seelsorge u. v. m.

Mit Beiträgen von: Daniel Bindernagel, Hans Hermann Ehrat, David Jonas, Eckard Krüger, Horst Poimann, Klaus Renfordt, Tilman Rentel, Andreas Speth und Peter Winkler.

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